Stutenbissigkeit und internalisierte Misogynie

internalisierte Misogynie: wenn Frauen frauenfeindliche Denkmuster übernehmen und andere Frauen abwerten. Stutenbissigkeit: umgangssprachlich, aber eher abwertend und klischeehaft. Egal ob in auf den sozialen Medien. Auch schon früher in Frauengruppen, die Zickereien sind einfach nur schrecklich. aber warum machen Frauen das? Was für eine Art Mensch ist man dann? Die Schulzickereien lass ich jetzt mal außen vor, aber auch in meiner Ausbildung musste ich verschiedene Abteilungen durchlaufen. und diese eine Frau .Ich werde ihren namen niemals vergessen. Jeanette aus Jena oder Leipzig. Schwarze locken fast schon zu dünn( ich will niemanden nach Äußerlichkeiten bewerten) Aber genau diese Frau ist verantwortlich dafür, dass 3 Monate meiner Ausbildung schrecklich waren. Jetzt wo ich das lese fällt mir noch Tanja F. ein. die mich mit Worten nieder gemacht hat. Angeblich hab ich andauernd was falsch gemacht. Sie ist so oft so laut geworden und das waren weitere 3 Monate an schrecklicher Erfahrungen. Bis sich tadddaa ein Mann ein männlicher KOllege für die 18 Jährige Azubine eingesetzt hatte. schon mal von internalisierte Misogynie gehört? Das ist wenn Frauen andere Frauen kleinmachen. Schon mal selbst erlebt? Es gibt Sätze, die klingen wie aus einer schlechten Vorabendserie, sind aber im echten Leben erstaunlich hartnäckig: „Frauen sind untereinander die Schlimmsten.“ Oder: „Mit Männern komme ich besser klar, Frauen sind mir zu zickig.“ Oder, mein persönlicher Favorit aus der Abteilung Küchenpsychologie mit Glitzerkante: „Das ist halt Stutenbissigkeit.“ Und sofort sieht man innerlich eine Gruppe Frauen vor sich, die sich gegenseitig anlächeln, während unter dem Tisch rhetorisch die Stöckelschuhe gewetzt werden. Nett vorne, giftig hinten. Ein „Ach, wie schön, dass du auch da bist“, das klingt wie: „Ich habe bereits drei Schwachstellen an deinem Outfit gefunden.“ Aber was passiert da eigentlich wirklich? Warum greifen Frauen andere Frauen an? Warum wird gelästert, abgewertet, kontrolliert, bloßgestellt? Warum gibt es diese Situationen, in denen eine Frau einer anderen das Leben schwer macht, obwohl beide eigentlich vom selben Problem betroffen sein könnten? Und warum fühlt es sich manchmal so an, als würde ausgerechnet diejenige zutreten, die es besser wissen müsste? Die kurze Antwort: Es ist kompliziert. Die längere Antwort: Es hat mit Psychologie zu tun, mit Macht, mit Angst, mit gelernten Rollenbildern, mit Konkurrenz, mit alten Verletzungen, mit Gruppendynamik und manchmal schlicht mit Menschen, die ihre schlechte Laune offenbar als Berufung missverstanden haben. Und ja: Manchmal ist es auch einfach gemein. Was bedeutet Stutenbissigkeit eigentlich? Der Begriff „Stutenbissigkeit“ ist schwierig. Er klingt harmlos, fast niedlich, als ginge es um ein bisschen Zickenalarm im Ponyhof. Tatsächlich beschreibt er aber ein ernstes Phänomen: Frauen werten andere Frauen ab, sabotieren sie, machen sie klein oder bekämpfen sie auf verdeckte oder offene Weise. Das kann im Beruf passieren, in Freundeskreisen, in Frauengruppen, in Familien, in sozialen Medien oder sogar in feministischen Räumen. Manchmal ist es direkt: scharfe Worte, Bloßstellung, Anschreien, Demütigung. Manchmal ist es indirekt: Ausgrenzen, Gerüchte, passiv-aggressive Kommentare, „gut gemeinte“ Spitzen, die so gut gemeint sind wie ein nasser Waschlappen im Gesicht. Wichtig ist: Nicht jeder Konflikt zwischen Frauen ist automatisch Stutenbissigkeit oder internalisierte Misogynie. Frauen dürfen sich streiten. Frauen dürfen sich kritisieren. Frauen dürfen anderer Meinung sein. Auch Frauen dürfen nervig, ungerecht, dominant oder schlicht unsympathisch sein, ohne dass daraus gleich ein gesellschaftliches Großgutachten entstehen muss. Aber wenn Frauen andere Frauen systematisch abwerten, weil diese „zu laut“, „zu hübsch“, „zu ehrgeizig“, „zu weich“, „zu direkt“, „zu erfolgreich“, „zu jung“, „zu alt“, „zu weiblich“ oder „nicht weiblich genug“ sind, dann lohnt sich ein genauer Blick. Denn dann geht es oft nicht nur um persönliche Abneigung. Dann geht es um etwas Tieferes. Internalisierte Misogynie: Wenn der Blick von außen nach innen wandert Internalisierte Misogynie bedeutet, dass frauenfeindliche Denkmuster von Frauen selbst übernommen werden. Nicht unbedingt bewusst. Niemand steht morgens auf, trinkt Kaffee und denkt: „Heute reproduziere ich mal patriarchale Abwertungsstrukturen, aber bitte mit Haarspray.“ Es passiert leiser. Eine Frau lernt über Jahre, welche Frauen anerkannt werden und welche nicht. Sie sieht, welche Eigenschaften belohnt werden: Anpassung, Schönheit, Jugend, Nettigkeit, Bescheidenheit, Verfügbarkeit, Kontrolle über den eigenen Körper, emotionale Dienstleistung. Sie lernt auch, welche Eigenschaften bestraft werden: Wut, Ehrgeiz, Selbstbewusstsein, sexuelle Freiheit, Lautstärke, Alter, Gewicht, Unabhängigkeit, Unangepasstheit. Irgendwann wird aus gesellschaftlichem Druck eine innere Stimme. Diese Stimme sagt dann Dinge wie: „Die bildet sich aber was ein.“ „So würde ich mich nie verhalten.“ „Die ist bestimmt nur wegen ihres Aussehens weitergekommen.“ „Die ist zu emotional.“ „Die ist kalt.“ „Die will nur Aufmerksamkeit.“ „Die ist keine richtige Frau.“ Und diese innere Stimme richtet sich nicht nur gegen andere Frauen. Sie richtet sich oft auch gegen die Frau selbst. Nur ist es manchmal leichter, den Druck nach außen weiterzugeben, als ihn im eigenen Inneren zu erkennen. Das ist einer der bitteren Punkte an internalisierter Misogynie: Sie macht Betroffene nicht automatisch unschuldig, aber sie erklärt, warum manche Frauen unbewusst genau die Muster weitertragen, unter denen sie selbst gelitten haben. „Aber warum machen Frauen das?“ Die Frage ist berechtigt. Besonders dann, wenn man selbst erlebt hat, wie verletzend solche Dynamiken sein können. Egal ob heute auf sozialen Medien oder früher in Frauengruppen: Zickereien können schrecklich sein. Dieses unterschwellige Beobachten, Vergleichen, Kommentieren, Abwerten. Dieser Tonfall, bei dem das Lächeln vorne angebracht ist, aber die Klinge hinten schon ausgefahren wurde. Dieses Gefühl, dass man nicht einfach nur anwesend sein kann, sondern ständig auf einem unsichtbaren Prüfstand steht. Und dann fragt man sich irgendwann: Warum? Warum macht eine Frau einer anderen Frau das Leben schwer? Eine mögliche Antwort: Weil sie Macht spüren will. Nicht unbedingt große Macht. Nicht die Art Macht, bei der jemand ein Schloss besitzt und dramatisch aus dem Fenster schaut. Es reicht schon kleine Alltagsmacht. Die Macht, jemanden zu verunsichern. Die Macht, eine Anfängerin kleinzuhalten. Die Macht, in einer Gruppe den Ton anzugeben. Die Macht, zu entscheiden, wer dazugehört und wer nicht. Gerade in Umgebungen, in denen Frauen selbst wenig echte Macht haben, kann es passieren, dass sie diese kleine Macht gegeneinander einsetzen. Das ist kein schönes Bild, aber ein ehrliches. Wenn oben wenig Platz ist, wird unten gedrängelt. Wenn Anerkennung knapp ist, wird sie bewacht. Wenn eine Frau gelernt hat, dass

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